Eine kurze Notiz über Al-Ma'arri (أبو العلاء المعري‎)

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Bei historisch sehr frühen Veganern/Veganerinnen (d. h. vor Beginn der 1940er Jahre) stellt sich einem eine zentrale Frage: Wie versorgten sich diese Veganer mit Vitamin B12? Die wahrscheinlichste Antwort ist vermutlich, dass sie sich nicht komplett vegan ernährten, sondern eher eine vornehmlich vegane ovo-lakto-vegetarische oder andere "pflanzenbasierte" (hauptsächlich pflanzliche) Ernährungsweise hatten.

Al-Ma'arri, der um das Jahr 1000 n. Chr. (unserer Zeitrechnung) in Syrien lebte (sowie im heutigen Libanon, in der Türkei und im Irak) und der ein in der arabischsprachigen Welt weithin gefeierter Schriftsteller ist, war vielleicht der erste Veganer (oder Proto-/Semi-Veganer) in der Weltgeschichte – zumindest der geschichtlich früheste, von dem ich weiß. Sein Eintreten für vegane Ideen und Ideale sowie für eine vegane Lebensweise bereits vor tausend Jahren ist erstaunlich und verdient Anerkennung.

Die folgenden Zeilen wurden in den letzten Jahren in der veganen Bewegung häufig zitiert, doch kürzlich bin ich auf das arabische Original zusammen mit der englischen Übersetzung gestoßen ... und vielleicht findet jemand irgendwo (in der arabischsprachigen Welt oder anderswo) diese Zeilen nützlich. 

Zu beachten ist, dass Al-Ma'arri auch ein entschiedener Kritiker der Religion war (er war kein Atheist) und dem Leben im Allgemeinen recht pessimistisch gegenüberstand. Daher sollte man vorsichtig sein, wem gegenüber man seine Schriften zitiert.


Original auf Arabisch:


Englische Übersetzung:


"Iss nicht ungerechterweise, was das Wasser hergegeben hat [Fisch], und begehre nicht das Fleisch geschlachteter Tiere als Nahrung.
Noch die Weiße (Milch) der Mütter, die deren reinen Trank für ihre Jungen bestimmt hatten, nicht für vornehme Damen.
Und betrübe nicht die ahnungslosen Vögel, indem du ihre Eier nimmst; denn Ungerechtigkeit ist das schlimmste aller Verbrechen.
Und nimm nicht den Honig, den die Bienen frühzeitig durch ihren Fleiß aus den Blüten duftender Pflanzen gewinnen.
Denn sie sammelten ihn nicht, damit er anderen gehöre, noch sammelten sie ihn als Gabe oder Geschenk.
Von all dem wusch ich meine Hände rein [...]."




Referenz

(Aktualisiert am 31. Mai 2020)

Nicholson, Reynold Alleyne (1921): Studies in Islamic poetry. Cambridge: Cambridge University Press. Online verfügbar unter https://archive.org/details/studiesinislamic00nichuoft/page/258/mode/2up (arabisch) und https://archive.org/details/studiesinislamic00nichuoft/page/134/mode/2up (englisch); zuletzt abgerufen am 8. Juli 2026.








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