„Ich war eine Zeit lang vegan, aber...“ (von Jack Norris)

This article in the English original: "I Was Vegan for a While, But..." / Este texto en español.

Während es vielen Leuten mit einer veganen Ernährung gesundheitlich hervorragend geht, haben andere Probleme. Wenn jemand vom Veganismus überzeugt ist und den leidenden Tieren helfen will, gibt es für solche verzwickten Situationen oft eine Lösung – und ich veröffentliche Texte über vegane Ernährung hauptsächlich, um Antworten zu finden und zu geben. Ich finde es wichtig, auf diese Themen aufmerksam zu machen. Während derartige Informationen zunächst weniger Leute anlocken werden als die Behauptung, vegane Ernährung sei ein Patentrezept für perfekte Gesundheit, ist es wichtiger, dass wir die Menschen dazu bringen, vegan zu bleiben.

Etwas so simples, wie nicht genügend Kalorien zu sich zu nehmen, könnte für eine uninformierte Person, die eine vegane Ernährung für ein paar Tage ausprobieren will, ein Problem werden. Sie oder er kennt vielleicht nur kalorienarme vegane Nahrungsmittel (z.B. Salate, Gemüse und Obst) - und einen Tag lang nur diese Nahrungsmittel zu essen, könnte dazu führen, dass man sich dann hungrig und schwach fühlt.

Natürlich arbeiten viele Organisationen, die sich für Tiere einsetzen, aktiv daran, den Menschen die groβe Vielfalt an leckeren und sättigenden veganen Gerichten vorzustellen. Während wir diese Art der Ernährung vorstellen, könnte jeder von uns potenzielle Veganer darauf vorbereiten, dass es echt möglich ist, dass sie sich nicht gut fühlen werden, falls sie überhaupt keine kalorienreichen Nahrungsmittel essen.

Das Thema Vitamin B12 in pflanzlichen Ernährungsweisen führt seit langem zu kontroversen Diskussionen und zu Vorstellugen über Vitamin B12, die sich bereits als falsch herausgestellt haben. (Tatsächlich gibt es so viele Kontroversen um B12, dass ein groβer Teil von veganhealth.org der Besprechung von Vitamin B12 gewidmet ist.) Das alles hat bei vielen Veganern zu einem Vitamin-B12-Mangel geführt. Bis zum heutigen Tag erkennen viele Veganer nicht, wie wichtig eine verlässliche Vitamin-B12-Quelle ist.

Ernährungsmythen pendeln oft von einem Extrem zum anderen: Entweder ist etwas ein so groβes Problem, dass empfohlen wird, man solle besser nicht vegan leben – oder es ist überhaupt kein Problem. Die Wahrheit liegt oft dazwischen. Beispiele dafür sind Protein, Kalzium und Vitamin D.

Die Menschen glaubten einst, dass man, um sich auf pflanzliches Protein verlassen zu können, bei jeder Mahlzeit spezielle Nahrungsmittel kombinieren müsste. Wir wissen, dass das nicht stimmt. Aber um diesem Mythos entgegenzuwirken reichen die Behauptungen von „Man muss Proteine nicht kombinieren.“ über „Bei veganer Ernährung genug Protein zu sich zu nehmen, ist einfach.“ bis hin zu der gefährlichen Aussage „Es ist unmöglich, nicht genug Protein zu sich zu nehmen!“. Im Durchschnitt nehmen Veganer genug Protein zu sich, aber Veganer, die Hülsenfrüchte und Sojaprodukte vermeiden, könnten eventuell nicht genug zu sich nehmen und sich ungesund fühlen.

Bezüglich Kalzium kann man sich ein paar Studien herauspicken, die die Vorstellung bestätigen, tierisches Protein - einschlieβlich Protein aus Milch – seien die Hauptursache für Osteoporose. Logisch weitergedacht würde es dann Sinn machen, dass Veganer sich deshalb keine Sorgen um Osteoporose machen müssten, weil sie kein tierisches Protein essen. Ich wünschte, das würde stimmen - aber jeder, der mehr Forschungsergebnisse auswertet, wird sehr wahrscheinlich daraus schlieβen, dass Veganer (genau wie Nicht-Veganer) sicherstellen sollten, täglich gute Quellen für Kalzium und Vitamin D mit einzuplanen.

Ich würde es gerne sehen, dass Leute, die den Veganismus verbreiten wollen, dies auf eine Art und Weise tun, dass wir die Möglichkeit, dass jemand schlechte Erfahrungungen damit macht, auf ein Minimum reduzieren. Sofern wir dies tun, könnten zuküftige, langfristige Studien mit Veganern zeigen, dass wir in besserer gesundheitlicher Verfassung sind als unsere entsprechenden Fleisch essenden Mitmenschen.

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