Vitamin K (von Jack Norris)

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Zusammenfassung

Vitamin K wird für die Blutgerinnung und für die Gesundheit der Knochen benötigt. Veganer, die regelmäßig grünes Blattgemüse zusammen mit etwas Öl essen, sollten mehr als ausreichend mit Vitamin K versorgt sein. Auch Veganer, die dies nicht tun, könnten durch die Produktion ihrer eigenen Darmbakterien genügend Vitamin K aufnehmen, außer sie haben eine bedeutende Antibiotikabehandlung hinter sich. Am empfehlenswertesten ist es eine hervorragende Versorgung mit Vitamin K durch den Konsum von grünem Blattgemüse sicherzustellen.    

  

Vitamin-K-Bedarf und weiteres zu Vitamin K

Vitamin K ist notwendig für die Blutgerinnung. Vitamin K ist auch in den Knochen aktiv und ein Mangel kann zu Knochenbrüchen führen, besonders in höherem Alter. Die empfohlene Tageszufuhr (Dietary Reference Intake) für Vitamin K liegt bei 120 µg für Männer und 90 µg für Frauen. Tabelle 1 zeigt den Vitamin-K-Gehalt von pflanzlichen Lebensmitteln, die reich an Vitamin K sind.
Der Begriff „Vitamin K” bezieht sich auf den chemischen Stoff „Menadion“ und alle davon abgeleiteten Derivate, die in Tieren, die mit einer Vitamin-K-Mangel-Diät ernährt wurden, blutungshemmende Wirkungen zeigen. Es gibt zwei Arten:  

  • Phyllochinon – kommt hauptsächlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor, besonders in grünem Blattgemüse. Traditionellerweise wird es als „Vitamin K1“ bezeichnet (1).
  • Menachinon – kommt in tierischen Geweben und Bakterien vor. Traditionellerweise wird es als „Vitamin K2“ bezeichnet (1).

Tabelle 1   Vitamin K in pflanzlichen Lebensmitteln2
Lebensmittel
Zubereitungsart
Portion
µg
Brokkoli
gekocht
½ Tasse
110
Grünkohl
kleingeschnitten und gekocht
½ Tasse
531
Spinat
gekocht
½ Tasse
442
collard greens

½ Tasse
418
Römersalat
kleingeschnitten
1 Tasse
48
Mangold
gekocht
½ Tasse
286

Weil Menachinon nicht in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, wurde von einigen (Nicht-Ernährungswissenschaftlern) vermutet, man müsse Tierprodukte essen, um angemessen mit Vitamin K versorgt zu werden. Der wissenschaftliche Konsens ist es, dass jede der beiden Formen von Vitamin K angemessen sind, besonders in Bezug auf die Rolle von Vitamin K bei der Blutgerinnung. In den USA enthalten enterale Nahrungsprodukte [künstliche Ernährung], die bei Menschen verwendet werden, die nicht auf normale Weise essen können und die oft die einzige Form der Ernährung über Monate oder Jahre hinweg darstellen, Vitamin K in Form von Phyllochinon (1). Es ist anzunehmen, dass es diesen Patienten, die Vitamin K nur in Form von Phyllochinon erhalten, in Bezug auf Blutgerinnung, gut geht.    

Zusätzlich wird Menachinon von verschiedenen Bakterienspezies produziert, die üblicherweise im Verdauungstrakt von Menschen wohnen (1), und es kann im weiter unten gelegenen (distalen) Teil des Dünndarms absorbiert werden (5). Außer man hat eine längere Antibiotikabehandlung hinter sich, sollte man solche Bakterien, die Menachinon liefern, in großer Anzahl im Darm haben. Es ist schwierig einen Vitamin-K-Mangel (gemessen durch langsame Blutgerinnung) hervorzurufen, indem man Vitamin K aus der Ernährung verbannt, vermutlich aufgrund der Produktion von Vitamin K durch Darmbakterien (1). Es ist jedoch möglich Vitamin-K-Mangel (langsame Blutgerinnung) durch einen Antibiotikatherapie zu erzeugen – dies deutet darauf hin, dass Darmbakterien eine signifikante Menge an Vitamin K liefern (1).    

Eine Studie, in der die Blutgerinnung von Vegetariern gemessen wurde (3), und eine Studie, in der die Blutgerinnung von Veganern gemessen wurde (4), zeigten beide keine langsamen Blutgerinnungszeiten bei den Teilnehmern. Bei Kindern, die von Geburt an vegan ernährt wurden, wurde kein abnormales Auftreten von Problemen mit der Blutgerinnung beobachtet. Es ist nicht anzunehmen, dass deren Ernährung üblicherweise mit Menachinon angereichert wird.  

Man kann also mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass Veganer ihrer Ernährung kein zusätzliches Menachinon hinzufügen müssen, besonders in Bezug auf den Zusammenhang von Vitamin K und Blutgerinnung. In Bezug auf Knochengesundheit sieht es genauso aus. Allem Anschein nach gesunde Veganer absorbieren Menachinon wahrscheinlich in großen Mengen aufgrund der Darmbakterien – und es ist nicht sicher, dass Menachinon, zusätzlich zu Phyllochinon, überhaupt notwendig ist.     

Es gibt Belege dafür, dass ältere Frauen ihr Risiko für Knochenbrüche durch die Einnahme von Vitamin-K-Präparaten, besonders Phyllochinon, reduzieren können (6). Es scheint also, dass Phyllochinon auch in Bezug auf die Knochengesundheit angemessen ist und es gibt bisher keine Belege dafür, dass Menachinon höherwertig wäre. Eine Überprüfung der Fachliteratur (Mai 2010) fand keine Studien, die Phyllochinon und Menachinon in Bezug auf die Gesundheit der Knochen verglichen hätten.   

Es gibt ein veganes Lebensmittel, das sehr viel Menachinon enthält: Natto [speziell fermentierte, japanische Sojabohnen]. Natto enthält 998 µg Menachinon pro Portion von 100 g (1).   


Fett und Vitamin-K-Aufnahme

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin und der gleichzeitige Konsum von Fett kann die Aufnahme von Vitamin K aus Lebensmitteln bedeutend erhöhen (7). Da grüne Blattgemüsesorten von Natur aus sehr wenig Fett enthalten, ist es zu empfehlen sie mit etwas Öl oder Fett zuzubereiten.  

   
Quellenangaben

1. Suttie JW. Vitamin K in Health and Disease. CRC Press, Boca Raton, FL. 2009.
3. Mezzano D, Munoz X, Martinez C, Cuevas A, Panes O, Aranda E, Guasch V, Strobel P, Munoz B, Rodriguez S, Pereira J, Leighton F. Vegetarians and cardiovascular risk factors: hemostasis, inflammatory markers and plasma homocysteine. Thromb Haemost 1999 Jun;81(6):913-7.
4. Sanders TA, Roshanai F. Platelet phospholipid fatty acid composition and function in vegans compared with age- and sex-matched omnivore controls. Eur J Clin Nutr. 1992 Nov;46(11):823-31. (Same study population as citation 25.)
5. Conly JM, Stein K, Worobetz L, Rutledge-Harding S. The contribution of vitamin K2 (menaquinones) produced by the intestinal microflora to human nutritional requirements for vitamin K. Am J Gastroenterol. 1994 Jun;89(6):915-23. (Abstract)
6. Stevenson M, Lloyd-Jones M, Papaioannou D. Vitamin K to prevent fractures in older women: systematic review and economic evaluation. Health Technol Assess. 2009 Sep;13(45):iii-xi, 1-134. Review.
7. Gijsbers BL, Jie KS, Vermeer C. Effect of food composition on vitamin K absorption in human volunteers. Br J Nutr. 1996 Aug;76(2):223-9.

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