31 July 2011

Thai Food

in a Thai restaurant in Zurich, Switzerland
Veganes in einem Thai-Restaurant in Zürich
comida vegana en un restaurante tailandés en Zúrich, Suiza

home cooked Thai - not perfect, but first time cooking with kaffir lime leaves!
nicht ganz wie auf dem Bild im Kochbuch - aber zum ersten Mal mit Kaffir-Limetten-Blättern gekocht!
comida tailandes casera, ¡la primera vez cocinando con hojas de lima kafir!

29 July 2011

Veganism and men

Vegans in Vegas
A short video with vegan men, shot at the Vegans in Vegas event, May 2011. (feat. interviews with Robert Lucius, Joe Connelly, Dan Mims, JD Mumma, Jack Norris, Nathan Runkle, Danny Dalton, Jason Wyrick, Kevin Krohn and Dr. Richard Oppenlander)
Kurzes Video zum Thema vegane Männer - gefilmt im Mai 2011 in Las Vegas.
Corto sobre "hombres veganos" con entrevistas con un miltar vegano, activistas, un nutricionista, un músico, entre otros).

28 July 2011

Listen up

52% of British vegans B12-deficient. (Results from the EPIC-Oxford study published 2010 in the European Journal of Clinical Nutrition. Graphic from Dr. Michael Greger's Latest in Clinical Nutrition volume 5)
Ergebnisse der EPIC-Oxford-Studie (2010): 52% der britischen Veganer haben B12-Mangel.
Resultados del estudio EPIC-Oxford (2010): 52% de los veganos británicos tienen una deficiencia de la vitamina B12.

sufficient: ausreichend / suficiente
depleted: zu niedrig / agotado
deficient: Mangel / deficiente

Dr. Michael Greger:
“Now I’m not talking below average B12, or suboptimal B12-levels, or even what’s clinically called B12-depletion, where your levels place you at high risk for deficiency, but actual bona fide vitamin deficiency, meaning that your levels are so low, your bowel chemistry is screwed up, your body just isn’t working the way it should.”

Es handelt sich hier nicht nur um suboptimale Werte, sondern um echten B12-Mangel, d.h. die Werte sind so niedrig, dass die Verdauung beeinträchtigt ist.

No se trata aquí sólo de niveles subóptimos, pero de una deficiencia, o sea los niveles están tan bajos que la digestión está alterada.


“One thing I hear from whiny vegans is that B12-deficiency isn’t exclusive to vegetarians, meat eaters can get it, too. They’re right: 0.4%”

Was ich manchmal von Veganern zu hören bekomme, ist, dass auch Fleischesser B12-Mangel bekommen. Das stimmt: 0,4% der Fleischesser hatten einen Mangel.

Algunos veganos me dicen que la gente que come carne también puede tener una deficiencia de B12. Es verdad: 0,4% de la gente que come carne mostró una deficiencia de B12.


“Hopefully vegans elsewhere are smarter. Everyone eating a plant based diet must ensure a regular reliable source of vitamin B12.”

Hoffentlich sind Veganer anderswo schlauer. Alle, die sich auf pflanzlicher Basis ernähren, müssen sicherstellen, dass sie regelmäβig eine verlässliche Vitamin-B12-Quelle in ihre Ernährung miteinschlieβen.

Espero que los veganos en otros países sean más inteligentes. Cualquiera, que coma una dieta basada en vegetales, tiene que asegurarse de incluir siempre una fuente confiable de la vitamina B12.

Video

Munich x 2

Veganmania München (a vegan festival / un festival vegano) Amazing vegan "schnitzel-burger" by Max Pett vegan restaurant
veganer Schnitzelwecken vom Max-Pett-Stand

"panecillo con escalope" del stand del restaurante vegano Max Pett, comida típica del sur de Alemania


It's always a good sign if members of a cult are genuinely happy!
Loving Hut
bei der Veganmania

La conquista del mundo por Loving Hut.



"Royal Kebabhaus" is a small restaurant in Munich, they have real meat kebabs but also vegan kebabs (seitan kebabs by Wheaty) Their stall at the Veganmania was all vegan, of course.
Royal-Kebabhaus-Stand bei der Veganmania.

"Royal Kebabhaus" es un restaurante pequeño en Múnich, tienen kebab de carne pero también kebab vegano (hecho de seitan marca Wheaty).
El stand en la Veganmania era 100% vegano por supuesto.



This was our second time in Munich en route to the concentration camp memorial site in Dachau (Munich suburbs). There are many vegan options in Munich but with little time this place was amazing, being directly next to the main train station. Authentic Turkish food and - believe it or not - this is typical German.
Superlage direkt beim Hauptbahnhof und es gibt zwar auch Fleisch, der Besitzer weiβ aber genau, was vegan ist, auch bei den Vorspeisen.

Este es el restaurante "Royal Kebabhaus" afuera de la estación central de Múnich. Este tipo de comida turca es típica de Alemania.

Royal Kebabhaus

Arnulfstr. 5

80336 München


Kebabs - called "Döner Kebab" or just "Döner" in German - are Germany's typical fast food.
Im Royal Kebabhaus.

Kebab (llamado "Döner Kebab" o sólo "Döner" en alemán) es comida rápida típica alemana.


A mix of all vegan starters.
Vorspeisen

Las entradas veganas.


A free vegan typical Turkish sweet pastry.
Geschenkt zum Abschied.

Pastel turco vegano gratis.


Even though there were no prices clearly visible, the Döner is about 4 Euros.
Es standen zwar nirgendwo Preise dran. Ein Döner kostet aber ca. 4 Euro.

No pude ver precios en el restaurante, pero un "Döner" vale aprox. 4 euros.



Pick up one of the free vegan guides to Munich (and other vegan flyers) at the Royal Kebabhaus restaurant.
Gibt's umsonst (mit noch anderen Tierrechtsflyern) beim Royalkebabhaus.
En el restaurante Royal Kebabhaus puedes encontrar la guía vegana de Múnich (gratis).

Aus Respekt vor Tieren = out of respect for animals / por respeto a los animales

25 July 2011

Interview mit Marly Winckler (deutsch)

English   castellano   (November 2009)

Marly Winckler ist Präsidentin der Vegetarischen Gesellschaft von Brasilien (SVB), Gründerin von vegetarianismo.com.br und Koordinatorin für Lateinamerika und die Karibik für die International Vegetarian Union (IVU). Marly ist Soziologin und lebt in Florianópolis in Brasilien.

1) Wann wurdest du Vegetarierin und wann Veganerin?

Vegetarierin ungefähr 1983 und vegan nach dem International Vegan Festival 1995 in San Diego (USA). Ich brauchte ungefähr zwei Jahre bis ich eine vegane Ernährung vollkommen umsetzen konnte. Ich lebte zu der Zeit in Rio de Janeiro und ich kannte in ganz Brasilien keinen einzigen Veganer.  
2) Ich würde sagen, die vegane Bewegung in Brasilien ist die größte und stärkste in Lateinamerika und wahrscheinlich eine der stärksten der Welt. Könntest du etwas zur veganen Bewegung in Brasilien sagen?
Man sieht natürlich einen großen Unterschied seit der Zeit, als ich selber vegan wurde, aber es gibt immer noch viel zu tun. Etwas, das wirklich große Auswirkungen hatte, war der 36. World Vegetarian Congress, den wir 2004 in Florianópolis organisierten und der viele Aktivisten sehr bewegte und ermutigte – und viele von ihnen wurden dadurch vegan, nachdem sie schon zuvor viele Jahre Ovo-Lacto-Vegetarier gewesen waren. Danach gab es eine wahre Explosion von Internetseiten, viele „Kollektive“, viele Gruppen verschiedenster Art, die alle versuchten und versuchen Vegetarismus und Veganismus zu verbreiten. Das ist es, was eine starke Bewegung ausmacht – und in vielerlei Hinsicht wächst unsere Bewegung immer noch.

3) Könntest du uns erklären, was die Vegetarische Gesellschaft von Brasilien (SVB) macht?
Die SVB ist in Gruppen und Abteilungen organisiert – wir haben jetzt ungefähr 30 Gruppen in ganz Brasilien, mit Mitgliedern in mehr als 100 Städten. Es ist nicht einfach eine „große“ Organisation nur mit unbezahlter, freiwilliger Arbeit zu führen, aber im Moment machen wir das noch, obwohl ich mir vorstelle, dass wir in Zukunft zumindest die Verwaltung in bezahlte Positionen umwandeln müssen. Aber ich glaube, das wird sich mit der Zeit entwickeln – und ich glaube auch, dass wir finanzielle Mittel nicht an erster Stelle sehen sollten. Wenn wir das Richtige tun, werden auch die finanziellen Mittel kommen.
Wir organisieren viele Aktionen und Veranstaltungen. Alle zwei Jahre haben wir einen brasilianischen vegetarischen Kongress und der nächste und dritte Kongress wird in Porto Alegre, der Hauptstadt des „Barbecue-Staats“ von Brasilien, stattfinden [Der Kongress fand 2010 statt].
Salao Vegetariano – „vegetarischer Pavillon“ – steht auch immer auf unserem Programm, zwei davon fanden schon statt und bald wird es einen dritten davon geben. Diesen Pavillon organisieren wir in einer der größten Handelsmessen in Lateinamerika – der Natural Tech and Bio Brazil Fair in Sao Paulo, zu der jedes Jahr ca. 20.000 Leute kommen. Wir haben es geschafft, bei dieser Messe eine Zone zu bekommen, die ganz dem Vegetarismus gewidmet ist (der Salao Vegetariano), wo wir eine Ausstellung veganer Produkte und eine große Bühne für vegane Kochshows haben und ein Seminar abhalten. Während der letzten solchen Veranstaltung kündigten wir eine unserer umfassenderen Kampagnen an – Segunda Sem Carne („Meat-Free Mondays“) – in Sao Paulo, mit der Unterstützung des SVMA, des städtischen Sekretariats für Umweltschutz. Wir starteten die Kampagne während der Welt-Vegetarier-Woche am 3. und 4. Oktober und seitdem wächst die Kampagne und wir erhalten viel Unterstützung.


4) Könntest du uns erklären, was Sítio Veg (vegetarianismo.com.br) ist?
SítoVEG war die erste vegetarische Website auf Portugiesisch weltweit. Sie wurde 1998 ins Leben gerufen. Ich bin die Besitzerin – leider eine aus Zeitmangel etwas untätige Besitzerin. Aber die Website erfüllt eine ihre Funktion recht gut und ist für viele ein Bezugspunkt und eine Informationsquelle, mit ca. 5.000 Aufrufen pro Tag.


5) Wie offen sind die Leute in Brasilien für die Ideen Tierrechte und Veganismus?
In einer Umfrage erklärten 18% der Brasilianer, dass sie weniger Fleisch essen wollen. Von diesen Menschen ist ein Teil an Tierrechten interessiert, aber andere u.a. an den gesundheitlichen Vorteilen und den Auswirkungen auf die Umwelt. Aber zumindest alle, die Vegetarier werden, werden mehr oder weniger über alle Argumente für Veganismus und Tierrechte informiert, d.h. es ist wichtig, dass wir mit allen Aspekten arbeiten.

6) Was ist dein Ansatz für die Verbreitung von Veganismus? Denkst du „die meisten Menschen werden nie vegan werden“ oder siehst du das Ganze eher als einen langen Prozess an, bei dem die Möglichkeit besteht, dass wir irgendwann schließlich ganz damit aufhören werden, Tiere zu „nutzen“ und dass Veganismus dann die Norm sein wird (z.B. über einen Zeitraum von 100 oder noch mehr Jahren)?
Es ist schwer zu sagen, wann die Menschheit vegan werden wird und ob sie das jemals werden wird, aber meiner Meinung nach wird das nicht so schnell geschehen, wie manche sich das vorstellen. Wir sehen, dass die Leute einem „sanften“ Ansatz gegenüber viel offener sind, einem Ansatz, der ihnen Zeit und Platz gibt sich selbst zu entwickeln, wie z.B. Segunda Sem Carne („Meat-Free Mondays“).

7) Wie sieht die Allgemeinbevölkerung in Brasilien Soja? Wissen die Menschen, dass der Großteil des in Brasilien angebauten Sojas als Tierfutter und nicht für Sojaprodukte für den menschlichen Verzehr verwendet wird?
In Brasilien sind die Leute jetzt sehr offen für Sojaprodukte, weil es gerade echt eine Lawine an Medienberichten über die gesundheitlichen Vorteile von Soja, besonders für Frauen, gab. Es ist nicht sehr bekannt, dass die meisten in Brasilien produzierten Sojabohnen von gerodeten Flächen im Regenwald im Amazonasgebiet und in anderen Biomen stammen – aber so langsam gelingt es uns dies und andere Verbindungen aufzuzeigen.

8) Große Teile des Regenwaldes im Amazonasgebiet werden gerodet, um Futtermittel anzubauen, die dann hauptsächlich in reiche Länder in Europa oder Nordamerika exportiert werden. Gibt es in der brasilianischen Allgemeinbevölkerung Wut oder Empörung darüber?
Nein. Die Menschen sehen generell diese Verbindung nicht.

9) Lateinamerika hat eine Bevölkerung von ca. 569 Millionen (ca. 191 Millionen in Brasilien). Hast du Ideen oder Vorschläge, wie verschiedene vegane Projekte in Lateinamerika zusammenarbeiten könnten?
Eine Sache, die vegetarische und vegane Gruppen in Lateinamerika tun können, ist, der UVLA („lateinamerikanische vegetarische Union“) beizutreten und gemeinsame Aktionen zu planen. Verschiedene vegetarische/vegane Gruppen können z.B. zusammenarbeiten, um die Kampagne „Meat-Free Mondays“ zu verbreiten.

10) Würden Sie gerne sonst noch etwas erwähnen? Irgendwelche Tipps, Hoffnungen oder Prognosen für die Zukunft?
Ich hoffe, dass die Arbeit, die ihr in Chile macht [Fuente Vegana], die Entwicklung des Vegetarismus dort und auch in anderen lateinamerikanischen Ländern unterstützen kann. Vielen Dank!

Interview with Marly Winckler (English)

deutsch   castellano   (November 2009)
 
Marly Winckler is the president of the Brazilian Vegetarian Society (SVB), founder of vegetarianismo.com.br and regional coordinator for IVU for Latin America & the Caribbean. Marly is a sociologist and lives in Florianópolis, Brazil.

1) When did you become vegetarian and when vegan?
It was around 1983. And vegan after the Vegan Festival in San Diego, in 1995. It took me some 2 years for the diet to establish itself. I was living in Rio de Janeiro at this time and I didn’t know any vegan in Brazil.

2) I would say that the vegan movement in Brazil is the strongest in Latin America and probably one of the strongest in the world. Could you say something about that?
We can of course see a lot of difference since the time I became a vegan myself, but there are a lot to do yet. One of the things that made a difference was the 36th World Vegetarian Congress that we organized in 2004 in Florianopolis which inflamed the heaths of so many activists and made many turn vegans after being ovo-lacto for years. After that exploded many pages at the Internet, many “collectives”, many groups of any kind trying to do something to spread vegetarianism/veganism. This is what makes a strong movement and we are still growing in many things. 


3) Could you tell us about what you are doing with the Vegetarian Society of Brazil (SVB)?
SVB is organized in Groups and departments – we have now about 30 Groups all over Brazil – with members in more than 100 cities. It is not easy to run a ´big´ organization out of voluntary work – but it is that what we are still doing, although I envisage that we need to professionalize at least administration sectors of it. But I believe that will come with time – and I believe also that we should not put recourses in the first place. When we do the right thing resources come.


We organize many actions and events. Every two years we have our National Vegetarian Congress – the next one – our third – will take place in Porto Alegre, the capital of the “Grill State”.


Salao Vegetariano is also part of our agenda, with 2 editions already occurred and a third coming along. This takes part in one of the biggest Latin American Fairs – Natural Tech and Bio Brazil Fair - in Sao Paulo, to where some 20 thousand people attend every year. We managed to get a space dedicated to vegetarianism in this Fair – Salao Vegetariano, where we have a Fair of Vegan Products, a big Food Demo space and a seminary. During the last one we announced one of our more encompassing campaigns – Meatless Mondays, with the support – in Sao Paulo – of SVMA – Environment and Green Secretary. We launching it on the Vegetarian Week – 3 and 4th of October and since then we are growing and receiving a lot of support.


 

4) Could you tell us about Sítio Veg ( vegetarianismo.com.br)?
SitioVEG was the first vegetarian site in Portuguese in the world. It was launched in 1998. I’m the owner of it – a little relapse owner for lack of time. But it has been doing a good service and is reference for many people receiving some 5 000 visits every day.

 


5) How open are the people in Brazil to the ideas of animal rights and veganism?
In a survey 18% of Brazilians declared they want to eat less meat. Out of this a part is interested in animal rights but others in health benefits and the environment impacts among other issues. But at last all that become vegetarians are more or less exposed to all the arguments so all the aspects are important to be worked for.


 

6) How do you approach promoting veganism? Do you think "Most people will never go vegan" or do you see it as a long process where there is a possibility that we will eventually completely stop using animals and where veganism will be the norm (e.g. over the course of 100 or more years)?
It is difficult to say when if ever humanity will become all vegans – but imho it won’t be that quickly as some put it. We notice that people is much more opened to a ´light´ approach that gives space for their process – such as meatless Monday.



7) How does the general population see soya? Are they aware that the vast majority of soya is used as cattle feed and is not used for soya products for human consumption?

In Brazil people is much opened now to soy products because there were an avalanche of media covering about their benefits especially for women etc. There isn’t a wide spread knowledge that most of the soya produced in Brazil is in areas opened in the Amazon Forest and other biomes – but slowly we are managing to show this and other connection.



8) Large parts of the Amazon rainforest are cleared to plant crops that are mostly exported to rich countries in Europe and North America. Is there a feeling of outrage in the general population over this in Brazil?
No. people in general do not make the connection.



9) Latin America has a population of about 569 million (about 191 million in Brazil). Do you have any ideas how different vegan projects in Latin America could work together?
One thing veg groups in LA can do is to join
UVLA – Latin America Vegetarian Union and plan joint actions. For instance different vegetarian/vegan groups can work together spreading the campaign meatless Mondays.

 

10) Would you like to mention anything else? Any tips, or hopes or predictions for the future?
Hope the work you are doing in Chile
[Fuente Vegana] can help the development of vegetarianism there and in LA countries as well. Thanks.

Entrevista con Marly Winckler (castellano)

deutsch   English   (Noviembre 2009)
 
Marly Winckler es la presidenta de la Sociedad Vegetariana de Brasil (SVB), fundadora de vegetarianismo.com.br y coordinadora regional de la IVU para América Latina y El Caribe. Marly es socióloga y vive en Florianópolis, Brasil.

1) ¿Cuándo te hiciste vegetariana y cuándo vegana?
Fue alrededor de 1983. Y vegana después del Vegan Festival en San Diego, en 1995. Me tomó alrededor de 2 años para que mi dieta se estableciera. Estaba viviendo en Río de Janeiro en ese entonces y no conocía ningún vegano o vegana en Brasil.

2) Yo diría que el movimiento vegano en Brasil es el más fuerte en América Latina y probablemente uno de los más fuertes del mundo. ¿Podrías contarnos algo acerca de esto?
Por su puesto que podemos ver una gran diferencia desde la época en la que yo me hice vegana, pero aún queda mucho por hacer. Una de las cosas que provocó un cambio fue el 36. World Vegetarian Congress que organizamos en Florianópolis en 2004, que encendió los corazones de tantos activistas y los hizo hacerse veganos después de haber sido ovo lacto vegetarianos por años. Después de eso hubo una explosión de muchas páginas en internet, muchos “colectivos”, muchos grupos de cualquier tipo, tratando de hacer algo para difundir el vegetarianismo/veganismo. Esto es lo que construye un movimiento fuerte y aún estamos creciendo de muchas maneras.

3) ¿Podrías contarnos acerca de lo que estás haciendo con la Sociedad Vegetariana de Brasil (
SVB)?
La SVB está organizada en grupos y departamentos, ahora tenemos alrededor de 30 grupos en todo Brasil, con miembros en más de 100 ciudades. No es fácil administrar una organización “grande” sólo con trabajo voluntario, pero eso es lo que aún estamos haciendo, aunque yo veo que necesitamos profesionalizar al menos los sectores administrativos. Pero creo que eso pasará con el tiempo, y también creo que no deberíamos centrarnos principalmente en los recursos. Cuando hagamos lo correcto los recursos llegarán.


Organizamos muchas acciones y eventos. Cada dos años tenemos nuestro Congreso Nacional Vegetariano, el próximo, nuestro tercer congreso, será en Porto Alegre, la capital del “Estado de los asados”.

Salao Vegetariano [“pabellón vegetariano”] también es parte de nuestra agenda, ya hemos organizado dos y un tercero está por venir. Esto es parte de una de las ferias latinoamericanas más grandes, Natural Tech y Bio Brazil Fair, en Sao Paulo, que es visitada por alrededor de 20.000 personas cada año. Logramos conseguir un espacio dedicado al vegetarianismo en esta feria, el Salao Vegetariano, donde tenemos una feria de productos veganos, un gran espacio de degustaciones culinarias, y un seminario. Durante el último anunciamos una de nuestras campañas más extensas, los Lunes Sin Carne, en Sao Paulo, con el apoyo de SVMA, Ministro del Medio Ambiente y Ecología. Lo lanzamos durante la “Semana vegetariana” 3 y 4 de octubre y desde entonces estamos creciendo y recibiendo mucho apoyo. 


4) ¿Podrías contarnos acerca del Sitio Veg (vegetarianismo.com.br)?
SitioVEG fue el primer sitio vegetariano en portugués en el mundo. Fue lanzado en 1998. Soy la dueña, una dueña bastante pasiva por falta de tiempo. Pero ha estado dando un buen servicio, es una referencia para muchas personas y recibe alrededor de 5000 visitas diarias.

5) ¿Qué tan abiertas están las personas en Brasil a las ideas de los derechos animales y el veganismo?

En una encuesta el 18% de los brasileros declararon que quieren comer menos carne. De éstos, una parte está interesada en los derechos animales pero otros en los beneficios de salud y el impacto ambiental entre otros motivos. Pero finalmente todos aquellos que se hacen vegetarianos están expuestos de una u otra maneta a todos los argumentos así que todos los aspectos son importantes y no deben dejarse de lado.


6) ¿Cómo te enfocas para promover el veganismo? ¿Crees que "la mayoría de las personas nunca se harán veganas " o lo ves como un proceso largo donde existe la posibilidad de que finalmente dejemos de usar animales por completo y donde el veganismo sea la norma (por ejemplo en el curso de 100 años o más)?

Es difícil decirlo, cuando, y si alguna vez la humanidad se hará vegana, pero en mi opinión no será tan rápido como algunos lo indican. Nos hemos dado cuenta que la gente está mucho más abierta a un enfoque “liviano” que les dé espacio para su proceso, como por ejemplo los Lunes Sin Carne.


7) ¿Cómo ve la soya la población general? ¿Están conscientes de que la gran mayoría de la soya es usada para alimentar ganado y no es usada para productos de soya para consumo humano?

En Brasil la gente está muy abierta ahora a los productos de soya porque hubo una avalancha de cobertura mediática acerca de sus beneficios, especialmente para las mujeres… no hay mucho conocimiento acerca del hecho de que la mayoría de la soya producida en Brasil es producida en áreas que fueron deforestadas en la selva amazónica y en otros biomas [http://www.merriam-webster.com/dictionary/biome] pero lentamente estamos logrando mostrar esta y otras conexiones.


8) Grandes partes de la selva Amazónica son deforestadas para plantar cultivos que son exportados principalmente a países ricos en Europa y América del Norte. ¿Existe un sentimiento de indignación en la población general en Brasil acerca de esto?
No. En general la gente no hace la conexión.

9) América Latina tiene una población de alrededor de 569 millones (de los cuales 191 millones están en Brasil). ¿Tienes algunas ideas acerca de cómo diferentes proyectos de Latinoamérica podrían trabajar juntos?
Una cosa que pueden hacer los grupos vegetarianos o veganos en América Latina es unirse a la UVLA, Unión Vegetariana Latino Americana, y planear acciones conjuntas. Por ejemplo diferentes grupos vegetarianos/veganos pueden trabajar juntos difundiendo la campaña de Los Lunes Sin Carne.

10) ¿Te gustaría mencionar algo más? ¿Algún consejo, esperanza o predicción para el futuro?
Espero que el trabajo que están haciendo en Chile pueda ayudar al desarrollo del vegetarianismo ahí y también en otros países de América Latina. Gracias.

19 July 2011

Interview mit Brenda Davis (deutsch)

English   castellano   (November 2009)

Brenda Davis ist Ernährungswissenschaftlerin aus Kanada und Mitautorin von mehreren Büchern zum Thema vegane Ernährung (u.a. dem Klassiker Becoming Vegan). Sie leitete ein Diabetes-Forschungs-Projekt auf den Marshallinseln, hält Vorträge über vegane Ernährung und zum Thema Krankheistprävention. Brenda Davis ist eine der anerkanntesten Expertinnen weltweit auf dem Gebiet der veganen Ernährung.
ihre Website: brendadavisrd.com

1) Seit wann bist du Vegetarierin und seit wann vegan?
Ich wurde 1989 Vegetarierin (98% vegan) und wurde dann im Jahr 2000 vollkommen vegan.

2) Warum hast du dich dazu entschlossen vegan zu werden und warum wurdest du Ernährungswissenschaftlerin?
Ich wurde mit einem gewissen Einfühlungsvermögen für Tiere geboren, aber das stumpfte dann ab, während ich aufwuchs, wie das bei vielen Leuten geschieht. Verschiedene Einflüsse halfen mir dabei, dieses Einfühlungsvermögen als Erwachsene wiederzufinden. Das vielleicht prägendste Ereignis, das mir den letzten Anstoß gab, war ein Gespräch mit einem Freund 1989. Diese Person war nicht jemand, bei dem man vermuten würde, dass er einen zu dieser Art von Umstellung inspirieren würde. An einem recht gewöhnlichen Tag rief dieser Freund mich an, um zu fragen, ob er auf einen Kaffee vorbeikommen könnte, bevor er auf die Reh-Jagd ging. Obwohl ich zusagte, dachte ich gleich darüber nach, wie ich ihm so viele Schuldgefühle wie möglich einreden könnte, bevor er so eine abscheuliche Tat vollbringen würde. Nachdem wir ein paar Höflichkeiten ausgetauscht hatten, fragte ich ihn, wie er es rechtfertigen könnte, so ein wunderschönes Tier zu töten. Ich sagte, es sei nicht fair – das Reh könnte sich gegen sein Gewehr nicht verteidigen. Ich fragte ihn, ob es ihm das Gefühl gebe, ein „richtiger Mann“ zu sein, ein wehrloses Lebewesen zu erschießen. Seine Antwort veränderte mein Leben. Er sagte: „Du hast kein Recht mich zu kritisieren. Nur weil du dich nicht traust abzudrücken, heißt das nicht, dass du nicht dafür verantwortlich bist, dass jedes Mal, wenn du im Laden ein Stück Fleisch kaufst, jemand anderes für dich ‚abgedrückt‘ hat. Du bezahlst einfach jemand anderen, der für dich die schmutzige Arbeit erledigt. Das Reh, das ich esse, hatte wenigsten ein Leben. Ich bezweifle stark, dass du das gleiche von den Tieren, die auf deinem Teller landen, behaupten kannst.“ Das brachte mich zum Schweigen, weil ich tief in mir wusste, dass er absolut Recht hatte. In dem Moment schwor ich, Verantwortung zu übernehmen für die Nahrungsmittel, die ich kaufte, und herauszufinden, wie die Tiere, die ich aß, lebten. Was ich dann herausfand, war dermaßen widerwärtig, dass ich wusste, dass ich nicht länger Teil dieses grausamen Systems sein konnte. Zu der Zeit kannte ich tatsächlich persönlich überhaupt keine Vegetarier. Ich war Ernährungsberaterin im staatlichen Gesundheitsdienst und ermutigte die Menschen zu einer ausgewogenen Ernährung – einschließlich mageren Fleisches und fettarmer Milchprodukte. Wie du dir denken kannst, stand ich ein paar interessanten persönlichen und beruflichen Herausforderungen gegenüber. Zum Glück hat mich mein Mann sehr positiv in meiner Entscheidung unterstützt.
Zur zweiten Frage, ich merkte in der High School, dass ich eine Leidenschaft für alles rund ums Essen und die Ernährungswissenschaft hatte. Ich entschied mich zu versuchen, aus dieser Leidenschaft einen Beruf zu machen. Das war vor über 30 Jahren – 1978. Ich hatte Interesse an gesunder Ernährung und Vegetarismus (obwohl ich damals keine Vegetarierin war und in meinem ganzen Lebens bisher nur einen Vegetarier getroffen hatte).

3) Immer mehr Menschen auf der Welt leiden an Diabetes. Du hast ein Buch darüber geschrieben, wie man Diabetes überwinden kann. Ich denke, dass viele Menschen bei dem Thema sehr verwirrt sind und nicht wissen, was sie tun können. Könntest du uns ganz grob sagen, wie man Diabetes „besiegen“ kann?
Um Diabetes zu besiegen, muss man sich die Ursache der Krankheit ansehen – Insulinresistenz. Insulinresistenz wird durch Fettleibigkeit (besonders mit Fettgewebe am Bauch – ein großer, harter Bauch – mit Fett in und um die lebenswichtigen Organe) und durch ungesunde Ernährung ausgelöst. Medikamente helfen, die Blutzuckerwerte zu kontrollieren, aber sie helfen nicht dabei, die Insulinresistenz wieder aufzuheben, d.h. Insulinsensitivität wieder herzustellen. Der beste Weg, die Insulinsensitivität wieder herzustellen, ist, die Ernährung zu verbessern und sich mehr sportlich zu betätigen. Idealerweise, sollte man täglich ca. eine Stunde Sport machen. Die Ernährung muss so geplant werden, dass es zu einem Gewichtsverlust (wenn man Übergewicht hat), zu verbesserter Kontrolle des Blutzuckers und verminderter Entzündung kommt und eine gesunde Nährstoffversorgung wieder hergestellt wird. Um das zu erreichen, empfehle ich die folgenden Ernährungsveränderungen: 

  • eine hauptsächlich oder vollkommen pflanzliche Ernährung
  • den Verzehr von raffinierten Kohlehydraten einschränken – sowohl von Zucker als auch von Stärke
  • nur ein Minimum an gemahlenem Getreide verwenden (z.B. Mehl – verwenden sollte man stattdessen das ganze Korn, z.B. Gerste)
  • sehr hohe Ballaststoffzufuhr (35-50 Gramm pro Tag)
  • viel viskose Ballaststoffe (Leinsamen, Hafer, Gerste, Bohen, Guarkernmehl, Flohsamen)
  • eingeschränkt Fette aus gesunden Lebensmitteln (20-25% Fett – hauptsächlich aus vollwertigen Lebensmitteln wie Nüssen, Samenkernen, Avocados, Tofu usw.)
  • wenig gesättigte Fette (<7% der Kalorien)
  • keine Transfette
  • ausreichende und ausgeglichene Zufuhr von essentiellen Fettsäuren
  • hohe Zufuhr an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidanzien
  • niedrige Zufuhr an Oxidatoren [freie Radikale] durch die Ernährung
  • niedrige glykämische Last
  • gemäßigte Zufuhr an Kochsalz (<2,4 Gramm pro Tag).

4) Manche Menschen scheinen zu denken, dass Diabetes „gar nicht so schlimm“ ist. Könntest du uns auch erklären, was Diabetes mit sich bringt?
Wenn uns diagnostiziert wird, dass wir Diabetes haben, ist das nicht das gleiche, wie wenn uns diagnostiziert wird, dass wir Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium haben. Aber es ist trotzdem eine schwerwiegende Krankheit, die schwere körperliche Schäden verursachen kann. Sie beeinträchtigt alle wichtigen Organe und dies wird durch schlechte Kontrolle der Blutzuckerwerte beschleunigt. Wer an Typ-2-Diabetes leidet, hat ein zwei- bis viermal höheres Risiko, an Herzkrankheiten zu sterben. Ungefähr 75% der Menschen mit Typ-2-Diabetes sterben an Herzkrankheiten. Menschen mit Diabetes haben ein 60-70% größeres Risiko Neuropathie (Nervenschäden) zu entwickeln. Dies verursacht oft Taubheit und Schmerzen in den Beinen und Füßen. Amputationen gibt es zehnmal häufiger bei Menschen mit Diabetes als in der durchschnittlichen Bevölkerung. Diabetes ist auch die Hauptursache für Nierenversagen und die am weitesten verbreitete Ursache für Blindheit bei Erwachsenen im Alter von 20-74 Jahren. Außerdem erhöht Diabetes das Risiko für Osteoporose, Alzheimer, Gehörschädigung, Zahnschäden und funktionelle Sexualstörung.

5) Könntest du uns bitte über deine Arbeit auf den Marshallinseln berichten?
Die Bewohner der Marshallinseln haben mit die höchsten Raten an Typ-2-Diabetes weltweit – fast 50% der Erwachsenen über 35 sind betroffen. Das Diabetes Wellness Project ist eine Forschungsstudie, in der die Wirksamkeit einer drastischen Veränderung der Lebensweise in dieser Bevölkerung getestet wird. Die Ernährungsweise am Zentrum war komplett vegan (obwohl es den Teilnehmern erlaubt war, nach dem ersten intensiveren, zweiwöchigen Kurs, zu Hause gekochten Fisch zu essen). Die Forschungsarbeiten begannen 2006 und sind jetzt abgeschlossen. Unsere Forschungsergebnisse sind erstaunlich und ermutigend. Die Menschen auf den Marshallinseln haben enorme kulturelle, finanzielle und umgebungsbedingte Barrieren überwunden, um erfolgreich wirkungsvolle Veränderungen ihrer Ernährungs- und Lebensweise umzusetzen. Läden und Restaurants bieten jetzt gesunde, vegetarische Optionen an. Die Regierung der Marshallinseln übernimmt jetzt das Programm als neuen Pflegestandard und hat die Leiter unseres Programms gebeten, die Planung der Verpflegung in Krankenhäusern und den Lehrplan für den Gesundheitsunterricht in öffentlichen Schulen zu übernehmen.



6) Warum sollten wir Transfette am besten vermeiden und welche Nahrungsmittel enthalten Transfette?
Transfette sind ungesättigte Fette, die von flüssigem Öl in festes Fett verwandelt wurden. Bei diesem Vorgang werden sie von flexiblen, gebogenen Molekülen in gerade, starre Moleküle verwandelt. Transfettsäuren enstehen hauptsächlich auf zwei Arten – chemisch, durch den Vorgang des Härtens, und auf natürliche Weise im Verdauungstrakt von Wiederkäuern wie Rindern und Schafen. Aus gesundheitlicher Sicht sind Transfette eine Katastrophe. Diese Fette werden in die Zellmembranen eingebaut und verändern deren Form, Flexibilität und Durchlässigkeit. Dadurch beeinträchtigen sie die Zellen stark und mindern ihre Funktionsfähigkeit. Transfette konkurrieren auch mit essentiellen Fettsäuren und hemmen somit die Aufnahme dieser in die Zellmembranen und blockieren so genau die Fette, die wir dringend brauchen. Transfette werden als zwei- bis viermal schädlicher angesehen als gesättigte Fettsäuren. Ca. 90% aller Transfette stammen aus gehärteten Fetten in verarbeiteten und gebratenen/fritierten Lebensmitteln, die restlichen 10% stammen aus Fleisch und Milchprodukten. Die konzentriertesten Quellen sind Margarine, Backfett, Cracker, Kekse, Müsliriegel, Backwaren, Kartoffelchips, Snacks und fritierte Nahrungsmittel. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, dass wir weniger als 1% der Kalorien in Form von Transfetten zu uns nehmen. Bei jemandem, der 2000 kcal pro Tag konsumiert, wären das 2,2 Gramm oder ungefähr die Hälfte der Menge, die in einem einzigen Donut oder einer mittleren Portion Pommes frites vorkommt.

7) Warum sind Leinsamen so gesund und haben Sie ein paar Tipps, um Leinsamen in unsere Ernährung einzubinden? Wie viel sollte man davon pro Tag essen?
Leinsamen enthalten die Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure (ALA), Ballaststoffe, Lignane und mehrere wichtige Vitamine und Mineralstoffe. 57% der Fettsäuren in Leinsamen sind Omega-3-Fettsäuren. Die meisten Menschen nehmen nicht genug von dieser essentiellen Fettsäure auf. Leinsamen sind auch eine gute Quelle für Ballaststoffe (einschließlich löslicher Ballaststoffe), helfen Blutzucker- und Cholesterinwerte zu kontrollieren und beugen Darmträgheit vor. Leinsamen sind auch die beste Quelle für Lignane in der Ernährung. Lignane sind wirksame, vor Krebs schützende Stoffe, die dabei helfen, die Bildung von Tumoren zu verhindern.
Ideal ist, jeden Tag ca. einen Esslöffel gemahlene Leinsamen zu sich zu nehmen. Man kann seinen Bedarf an alpha-Linolensäure auch mit einem Teelöffel Leinöl decken – das Öl liefert aber keine Ballaststoffe oder Lignane, die im ganzen Leinsamen vorkommen. Man sollte die Leinsamen am besten mahlen, weil die meisten von uns unser Essen nicht gut genug kauen, um an die wertvollen Inhaltsstoffe der Samen zu gelangen, und sie dann einfach unverdaut durch den Verdauungstrakt wandern. Ganze Leinsamen machen den Stuhl sicherlich voluminöser und wenn das das Hauptziel ist, sind auch ganze Samen geeignet, aber gemahlene sollten ebenfalls gegessen werden.

8) Wie antworten Sie Leuten, die denken, dass Vitaminpräparate (oder andere Supplemente) „unnatürlich“ seien?
Wir leben in einer in vielerlei Hinsicht relativ unnatürlichen Umgebung, da wir einen hohen Standard an Hyiene haben. Auf diese Weise beseitigen wir viele Bakterien aus unserer Nahrungszufuhr. Während das bei krankheitsverursachenden Bakterien ein Vorteil ist, beseitigen wir auch nützliche Bakterien wie die Bakterien, die Vitamin B12 produzieren. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass wir B12 unserer Nahrung hinzufügen oder ein B12-Präparat einnehmen. Wenn wir dies vermeiden, erhöhen wir unser Risiko für einen B12-Mangel dramatisch. Das bedeutet Anämie, Nervenschäden, Magen-Darm-Probleme und erhöhte Homocysteinwerte. Wenn wir Vitamin B12 ignorieren, können wir tatsächlich viele der gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung ausradieren. Das ist meiner Meinung nach eine Tragödie, weil das der Öffentlichkeit den Eindruck vermittelt, wir müssten Fleisch essen. Als Veganer haben wir die Möglichkeit, entweder andere mit unserem Beispiel hervorragender Gesundheit zu inspirieren oder ihnen die perfekte Ausrede zu liefern, um weiterhin ein System enormer Grausamkeit zu unterstützen. Bei Vitamin D ist es ähnlich. Wer nördlich des 40. nördlichen Breitengrades [nördlich von Neapel] oder südlich des 40. südlichen Breitengrades lebt, produziert im Winter nicht genügend Vitamin D. Es ist wahrscheinlich nicht „natürlich“ für Menschen, in diesen kalten Klimazonen zu wohnen, aber wir wohnen trotzdem da. Deshalb brauchen wir während dieser Monate eine externe Quelle für Vitamin D. Wenn wir dies ignorieren, erhöhen wir unser Risiko für Osteoporose, einige Arten von Krebs, entzündliche Autoimmunkrankheiten, Depression und noch viele andere gesundheitliche Probleme.

9) Was sind gute Calciumquellen für Veganer (außer mit Calcium angereicherter Sojamilch)? Enhalten Orangen viel Calcium?
Kalzium kommt in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vor. Oxalsäurearmes, grünes Blattgemüse (Brokkoli, Grünkohl, Markstammkohl [collard greens], Okra und Pak Choi) liefern Kalzium mit extrem guter Bioverfügbarkeit (49-61%), mit Calciumsulfat hergestellter Tofu, angereicherte Fruchtsäfte und Kuhmilch [nur zum Vergleich erwähnt] liefern Kalzium mit guter Bioverfügbarkeit (31-32%) und angereicherte Sojamilch, Mandeln und die meisten Hülsenfrüchte liefern Calcium mit mäßiger Bioverfügbarkeit (21-27%). Andere calciumreiche, pflanzliche Lebensmittel sind z.B. Feigen, bestimmte Meeresalgen und verschiedene mit Calcium angereicherte Nahrungsmittel (wie die bereits erwähnte Sojamilch). Orangen enthalten ca. 60 mg Calcium pro Orange – sie sind also keine extrem gute Quelle aber sie sind in der Tat eine Calciumquelle. Die Auswahl verschiedener calciumreicher Lebensmittel über den Tag verteilt unterstützt die Aufnahme. Oxalsäure, die in einigen Lebensmitteln vorkommt, kann die Aufnahme von Calcium aus diesen Lebensmitteln stark vermindern, d.h. Lebensmittel, die sehr viel von diesem Stoff enthalten, wie z.B. Spinat, Rote-Beete-Blätter und Mangold sind keine guten Quellen für verfügbares Calcium, trotz ihres hohen Calciumgehalts.

10) Haben Sie irgendwelche Tipps für Veganer, die gerne Ernährungswissenschaftler werden wollen?
Ja, bitte – macht das! Wir brauchen so viele vegane Ernährungswissenschaftler wie möglich. Man muss auf ein paar Debatten vorbereitet sein, auch mit den Professoren. Lasst euch nicht einschüchtern von der Voreingenommenheit zugunsten von Mischkosternährung in den meisten Bildungsprogrammen. Seid positiv und respektvoll, aber seid stark in euren Überzeugungen. Unabhängig von individueller Voreingenommenheit können wir alle voneinander lernen.